Sa, 6. Juni 2026 - 07:15

Im Interview: Romain Collaud zum Sieg am Neuenburger Kantonalen

Der aktuelle Schwinger der Woche, Romain Collaud, spricht im Interview über seinen Sieg am Neuenburger Kantonalen, den verzögerten Start in die Kranzfestaison in der Südwestschweiz und seine Ziele für das Jahr 2026.

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In La Brévine sicherte sich Romain Collaud trotz einer Niederlage den ersten Kranzfestsieg des Jahres.

Fotograf: David Waser

Präsentiert von Bschüssig

In der Südwestschweiz ist man fast einen Monat nach den anderen Teilverbänden in die Kranzfestsaison gestartet. Wie war das für sie?
Romain Collaud: Ich finde es schade, dass wir in der Südwestschweiz so spät in die Kranzfestsaison starten. Das hat zur Folge, dass wir nun jede Woche ein Kranzfest und kaum mehr Zeit für anderes haben. Es ist kompliziert, alles unter einen Hut zu bringen: Ich arbeite als Landwirt, trainiere so viel es geht und möchte an den Schwingfesten immer mein Bestes geben. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Jahren anders geplant wird, sodass wir alle zwei oder drei Wochen eine Pause haben.

Am 24. Mai war es dann mit dem Freiburger so weit. Wie haben Sie den Kranzfeststart in Murten erlebt?
Collaud: Ich hatte ein gutes Wintertraining und mit zwei Siegen an Regionalfesten eine gute Vorbereitung. Ich wusste also, dass ich bereit bin. Das Fest in Murten war dann sehr schön. Eine richtige Tribüne und so viele Zuschauer sind wir uns an den Kantonalfesten in der Südwestschweiz nicht gewohnt. Sportlich war mein Ziel der Festsieg, was ich aber mit dem Gestellten im zweiten Gang vergeben habe. Ich wusste aber, dass es erst der Start in die Saison ist und konnte deshalb gut nach vorne schauen. 

Am Neuenburger in La Brévine starteten Sie mit einem Sieg, mussten sich aber im zweiten Gang von Johann Borcard geschlagen geben. Konnten Sie diese Niederlage schnell abschreiben?
Collaud: Ich bin ein kompetitiver Mensch, verliere also nur sehr ungern. Mit Borcard war es ein attraktiver Gang, in dem er mich dann mit einem Armzug am Boden überraschte. Da ich für den Gang die Note 8,75 erhielt, sagte ich mir: "Das ist wie ein Gestellter, ich bin damit im Kampf um den Tagessieg noch nicht ausgeschieden." Die Devise lautete nun nach vorne Blicken und möglichst die Maximalnoten holen.

Am Nachmittag holten Sie die nötigen Maximalnoten gegen Steve Duplan und Janis Wieland.
Collaud: Ich wusste, dass ich gegen Steve Duplan gewinnen muss, wenn ich noch eine Chance haben will. Ich konnte zum Glück gleich im ersten Zug gewinnen und damit auch Energie sparen. Im Anschluss war ich mir ziemlich sicher, dass ich Janis Wieland zugeteilt bekommen werde. Mein Ziel war es, ihm meine Schwingweise aufzudrücken, was zum Glück auch aufging.

Im Schlussgang hätte Lario Kramer für den Festsieg auch ein Gestellter gereicht. Mit welcher Einstellung gingen Sie in den Gang?
Collaud: Ja, Kramer hatte einen Viertelpunkt Vorsprung und ich wusste, dass ihm ein Gestellter reichen würde. Ich wollte den Rhythmus von Beginn weg bestimmen und versuchte es immer wieder mit Kurzangriffen. Als ich dann auf einen Wyberhaken wechselte, gelang mir der Sieg.

Beim zweiten Kranzfest des Jahres gab es also den ersten Festsieg. Wie lauten Ihre weiteren Ziele für das Jahr 2026?
Collaud: (lacht) Ich habe noch viele Ziele... An den Kantonalfesten möchte ich immer um den Sieg schwingen. Dann möchte ich endlich meinen ersten Schwarzsee-Kranz gewinnen, was mir in der Vergangenheit nie gelang. Aber ich bin mir sicher, dass auch dieser noch kommt. Dann freue ich mich sehr auf das Berner Kantonale mit vielen starken Schwingern und Gäste. Der Saisonhöhepunkt ist natürlich der Kilchberger. Beim letzten Mal konnte ich unter anderem mit Joel Wicki schwingen, was für mich sehr speziell war. Dann gewann ich sogar noch den Schönschwingerpreis, bei dem ich vorher nicht wirklich wusste, was das ist. Es war eine spezielle Ehre, diesen Preis als Romand zu gewinnen. Ich hoffe, dass ich am Kilchberger wieder mindestens gleich gut oder noch besser abschneiden kann.


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